Offener Brief an “ die Hanni“

Liebe Fr. Dr. Mikl-Leitner!

Ich hatte immer das Gefühl, dass Sie mit Ihrem Job als Innenministerin überfordert sind. Ich verstehe auch, dass es schwer ist, alles zu können und auf mehreren „Hochzeiten“ gleichzeitig zu tanzen. Deshalb bin ich mir nicht sicher, ob sie sich jetzt voll und ganz der Sorgen und Ängste der Niederösterreicher widmen können, ob Sie deren Sorgen überhaupt kennen.

In Ihrer Rede vor einigen Tagen, meinten Sie, es muss eine neue Gerechtigkeit geschaffen werden, die die Arbeitnehmer entlastet. Was ist eine neue Gerechtigkeit? Wie wollen Sie die Arbeitnehmer entlasten? Ihr Satz klingt gut, alleine der Inhalt fehlt.

Auch sagten Sie, es gibt zu wenig Augenmaß. Stimmt. Ich will Ihnen einen kleinen Tipp geben:

Um Augenmaß haben zu können, muss man die Augen offen halten und vor Ort sein.

Sie wollen eine starke Stimme für die breite Mitte sein – das heißt nicht breite Mitte, es sind Menschen, die tagtäglich ihren Beitrag leisten, die Sorgen haben. Wenn Sie die Stimme sein wollen, müssen Sie zuerst wissen, was diese Menschen zu sagen haben!

„Brücken zwischen Jung und Alt“ wollen Sie bauen. Was ist ihr Werkzeug für den Bau dieser Brücken? Haben Sie schon einmal eine Brücke zwischen irgendwem gebaut?

Sie wollen die Partei für die Fleißigen sein, NÖ das Land der Tüchtigen. Klingt fantastisch – was ist mit den Menschen in Niederösterreich, die fleißig sind, dies aber nicht zeigen können, weil sie keinen Arbeitsplatz haben? Was ist mit Alleinerziehern, die trotz Tüchtigkeit kaum über die Runden kommen?

Eine eintrainierte Rede, wie viele andere. Jemand, der schon als Innenministerin aufgegeben und versagt hat, als es wirklich darauf ankam da zu sein und Entscheidungen zu treffen, kann schwer die Stimme des Volkes sein.

ICH möchte jemanden, der für ALLE Niederösterreicher da ist. Jemand, der aus Herzen und voller Überzeugung Reden hält und Versprechen abgibt, der die Probleme der Menschen kennt und mit ihnen gemeinsam die Arbeit anpackt.

Ich gebe zu, dass es mir schwer fällt zu glauben, dass Sie dieser Jemand sind.