VP-Frauenpolitik: zum Weinen und Lachen

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie das war und wo der Schuh drückt, wenn man alleinerziehend ist und 4 Jobs hat, um über die Runden zu kommen. Ich weiß, wie sich Familien organisieren müssen, um für ihre Kinder da zu sein.

Viele andere Frauen in Niederösterreich wissen das auch!

Wer es nicht weiß, sind die ÖVP Frauen Niederösterreichs. Das stelle ich fest, nachdem ich ihren „Aufbau der Strategie 2020“ gelesen habe. Viele Seiten nichtssagender und für mich teilweise frauenverachtender Sätze.

Wenn es das Ziel ist, bis zum Jahr 2020 20% mehr zahlende Mitglieder zu gewinnen (Seite 11), dann frage ich mich, welche Frauen wollen die Schwarzinnen unterstützen – sich selbst?

Die Sorgen und Probleme der Frauen sind nicht die „Arbeitsplatzbewertung unter Berücksichtigung von Gender Kriterien“, die „Quotenregelung“, „Genderbeauftragte in Schulen“, auch keine „Forschungsstellen für Gendermedizin“ und ganz sicher nicht die „Erhöhung der Frauensport-Berichterstattung in den Medien“.

Alleinerziehende und Familien mit Kindern, wo Mann und Frau berufstätig sind, haben ganz andere Probleme zu bewältigen:

die Kinderbetreuung nach 17 Uhr und an Samstagen; in vielen kleineren Orten gibt es nur private Betreuungseinrichtungen für Kinder, wie kann man sich diese leisten? Frauen in Teilzeitjobs fahren am Land oft eine Stunde zur Arbeitsstelle, um dort 4 Stunden zu arbeiten. Wichtige Erlagscheine werden aufgeschoben, weil das Verdiente nicht ausreicht, fast wöchentlich kommen Elternbriefe aus der Schule, wo man für Ausflüge, Lesehefte usw. zahlen muss. Man hetzt von einer Arbeitsstelle zur nächsten, zum Kindergarten, zum Hort, zu Schulaufführungen, zum Kochen…tagtäglich!

Und die VP-Damen glauben wirklich, dass man zwischendurch an die Erhöhung der Frauensport-Berichterstattung in den Medien denkt und darin die ‚Erleichterung des täglichen Lebens sieht???

Liebe ÖVP Frauen Niederösterreichs, euer „Aufbau der Strategie 2020“ ist nicht für uns Frauen, die mitten im Leben stehen.

Schickt ihn doch an Alice im Wunderland – digital – weil NÖ wird ja jetzt schneller!